Anleger stehen vor schwierigen Entscheidungen

Es kommt wieder Bewegung in die Causa Lehman Brothers. In den letzten Tagen erhielten zahlreiche Anleger, die über die Citibank in die Zertifikate der amerikanischen Bank investiert hatten, Post.
Die Citibank kontaktiert ihre Kunden, da sie im Rahmen des Insolvenverfahrens der Lehman Brothers Holding Inc. (LBHI) und der Lehman Brothers Treasury Co. B.V. in den USA bzw. in den Niederlanden Ansprüche für diese Kunden anmelden möchte.
Sollten Anleger diesem Vorhaben nicht widersprechen, wird die Citibank die Ansprüche geltend machen.
Was spricht nun für oder auch gegen dieses Verfahren?
Pro:
- Im Gegensatz zu vielen Anlegern verfügen Banken über das notwendige Know-how, die Ansprüche in einem komplizierten, und in diesem Fall auch noch im Ausland stattfindenden Insolvenzverfahren zu verfolgen.
- Das Verfolgen der Ansprüche kann die Verluste der Anleger mindern.
- Die Kosten für den einzelnen Anleger werden so überschaubarer.
Contra:
- Auch einer Bank können in einem Insolvenzverfahren Fehler unterlaufen, deren Konsequenzen dann der Anleger trägt.
- Zum Teil ist die Anmeldung der Ansprüche an Bedingungen geknüpft. So muss der Anleger beispielsweise sein Depot bei der Citibank belassen.
- Häufig bestehen Schadenersatzansprüche der Anleger gegenüber der Bank, die ihnen die Lehman Zertifikate vermittelt hat. Wird diesem Anspruch stattgegeben, so ist für den Anleger eine Situation herzustellen, als ob er die Zertifikate nie erworben hätte. In diesem Fall erhält die Bank dann die Zertifikate zurück. Folglich ist es dann an der Bank, das Insolvenzverfahren zu betreiben und ihre eigenen Ansprüche durchzusetzen.